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Neurovaskulärer Ultraschall

Traditionell zählt die neurovaskuläre Ultraschall-Forschung zu den wichtigsten wissenschaftlichen Schwerpunkten der Neurologischen Klinik. Bereits seit den 1980er Jahren beschäftigt sich ehemalige Klinikdirektor Prof. M.G. Hennerici mit diesem diagnostischen Verfahren und hat entscheidend zu seiner Verbreitung zur Untersuchung von zerebrovaskulären Erkrankungen beigetragen. Prof. M.G. Hennerici ist Herausgeber bekannter Fachbücher und Fachzeitschriften zu diesem Thema; er und seine Mitarbeiter haben zahlreicher wissenschaftliche Fachartikel auf diesem Forschungsgebiet publiziert. Aktuell erschienen ist das Buchprojekt „Translational Neurosonology“, das neben aktuellen Methoden der vaskulären Neurosonologie auch therapeutische Anwendungen von Ultraschall auf neurologischem Fachgebiet berücksichtigt, die gegenwärtig noch als experimentell zu gelten haben. Unter Leitung von Professor S. Meairs war die Forschungsgruppe in mehreren Forschungsprojekten der Europäischen Union federführend tätig: auf DOLPHINS folgte das UMEDS-Projekt „Ultrasonographic Monitoring and Early Diagnosis of Stroke“, das sich der Entwicklung nichtinvasiver Techniken zur frühen Diagnosestellung und bedside-Überwachung bei Schlaganfallpatienten widmete. Das EU-Projekt „European Stroke Research Network (EUSTOKE)“, ebenfalls von Prof. Meairs koordiniert, schlug die Brücke zur Grundlagenforschung des Schlaganfalls. Neben vielen anderen Inhalten wurde auch der Einsatz von Ultraschall zur Therapie neurologischer Erkrankungen experimentell untersucht (s. Schwerpunkte in der Navigation).

Perspektiven

Herausforderungen der modernen Ultraschalldiagnostik sind insbesondere, die Stärken des Verfahrens im Wettbewerb bzw. in Kombination mit anderen sich ebenfalls rasch entwickelnden bildgebenden Verfahren zu nutzen. Zu diesem Zweck wird derzeit u.a. ein 9.4 Tesla Hochfeld-Kernspintomograph für Kleintiere genutzt. Die Hochfeld-MRT unter Verwendung einer speziellen Kryospule ermöglicht dabei eine sehr hohe örtliche Auflösung, die trotz der geringen Größe von Nagerhirnen eine der klinisch-humanen MR-Bildgebung vergleichbare Bildqualität liefert. In Zusammenarbeit mit IGT (Image Guided Therapy) konnte kürzlich ein Ultraschallgerät (LabFUS) in den Kernspintomographen integriert werden. Die Kombination beider Modalitäten erlaubt verschiedene therapeutische Anwendungen von Ultraschall wie z.B. fokale Erhitzung zur lokalisierten Gewebedestruktion (nutzbar u.a. in der Tumortherapie) unter gleichzeitiger MR-tomographischer bildgebender Kontrolle. Derzeit etabliert die neurosonologische Arbeitsgruppe in Weiterentwicklung der bisherigen Projekte die Methode zur MR-gesteuerten fokalen Blut-Hirn-Schranken-Öffnung mittels Kontrastmittel-gestütztem Ultraschall.

Kontextspalte

Angelika Alonso

Prof. Dr. med. Angelika Alonso

Oberärztin