Sie befinden sich hier

Inhalt

Pressemitteilung

12.05.2017

Stiftungsprofessur für Leukämieforschung mit Prof. Dr. Daniel Nowak besetzt

José Carreras Leukämie-Stiftung fördert Forschung zu Myeloischen Neoplasien

Professor Dr. Daniel Nowak ist zum 1. Mai 2017 auf die José Carreras Stiftungsprofessur für Leukämieforschung an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg berufen worden. Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert die Forschung zum Blutkrebs. Hier beteiligt sich die Stiftung an der Finanzierung einer Forschungsprofessur an der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), deren Kosten sie sich mit der Medizinischen Fakultät Mannheim teilt. Mit der Berufung von Professor Nowak ist sichergestellt, dass er seine erfolgversprechende Forschung zu Myeloischen Neoplasien an der III. Medizinischen Klinik fortführen kann.

Nowak hat hier seit 2009 eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe aufgebaut, die hämatologische Neoplasien erforscht. Speziell geht es um die Mechanismen, die Myelodysplastischen Syndromen (MDS) und akuten Leukämien zugrunde liegen. "Es ist Daniel Nowak und seinem Team in den vergangenen Jahren gelungen, ein präklinisches Modell zu etablieren, mit dem sich MDS-spezifische Pathomechanismen erforschen lassen. Damit ist uns quasi das Werkzeug in die Hand gegeben, die molekularen Mechanismen, die diesen Erkrankungen des blutbildenden Systems zugrunde liegen, aufzudecken", so Professor Dr. Wolf-Karsten Hofmann, Direktor der III. Medizinischen Klinik an der UMM.

"Ich freue mich, meine Forschung im gewohnten produktiven Umfeld und mit meinem bewährten Team hier in Mannheim fortführen zu können. Es geht jetzt darum, das Modell zu nutzen und Erkenntnisse zu gewinnen, auf deren Basis wir neue therapeutische Konzepte entwickeln können", so Daniel Nowak.

"Dank der José Carreras Leukämie-Stiftung werden wir die Früchte der Entwicklungsarbeit der vergangenen Jahre auch hier in Mannheim ernten können", ergänzt Professor Hofmann erfreut.

Dr. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung: "Nur über Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und verwandte Blutkrankheiten eines Tages heilbar zu machen. Die Einrichtung der Stiftungsprofessur ist uns deshalb ein Herzensanliegen. Im Namen aller Patienten, deren Familien und unseren vielen Unterstützern wünschen wir Prof. Nowak viel Erfolg bei seiner wichtigen wissenschaftlichen Arbeit."

Der Begriff der MDS umfasst eine Reihe von Erkrankungen des Knochenmarks, die durch einen gestörten Blutbildungsprozess gekennzeichnet sind. Genetische Veränderungen der blutbildenden Zellen sind verantwortlich für das Krankheitsbild des MDS. Die Mutationen, die im Laufe des Lebens zufällig erworben werden, führen dazu, dass das Knochenmark aus den Stammzellen keine reifen und funktionstüchtigen Blutzellen mehr bilden kann. Mit den Myelodysplastischen Syndromen verbunden ist ein erhöhtes Risiko, eine akute myeloische Leukämie (AML) zu entwickeln.

Obwohl in den vergangenen Jahren neue Erkenntnisse über Mutationen bei MDS dazu beigetragen haben, den molekularen Hintergrund dieser malignen Knochenmarkerkrankungen zu verstehen, blieben die dadurch induzierten molekularen Mechanismen weitgehend unklar. Es fehlte ein Modell, mit dem man sie mittels biologisch-funktioneller Analysen hätte aufklären können.

An dem von Professor Nowak in Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg und dem deutschlandweiten MDS Verbundprojekt entwickelten Modell lassen sich die für MDS spezifischen Pathomechanismen und insbesondere auch die zelluläre Interaktion innerhalb der Knochenmarknische erforschen, Themen, denen sich die Arbeitsgruppe von Professor Nowak widmet.

José Carreras Leukämie-Stiftung
"Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem."
Die José Carreras Leukämie-Stiftung verfolgt seit 1995 das von José Carreras formulierte Ziel und unterstützt das öffentliche Gesundheitswesen und die Forschung bei der Bekämpfung von Leukämie und verwandten Bluterkrankungen. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Forschungsförderung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die José Carreras Leukämie-Stiftung über 200 Millionen Euro an Spenden generiert und damit über 1.100 Projekte aufgesetzt, darunter große Strukturmaßnahmen, Forschungsvorhaben, Stipendienprogramme und Sozialprojekte. In von der Stiftung finanzierten innovativen Forschungsprojekten über Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Leukämien und verwandten Blutkrankheiten kooperiert sie mit Universitätskliniken im ganzen Bundesgebiet und fördert den wissenschaftlichen Austausch.

Kontextspalte