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Pressemitteilung

30.10.2018

DFG fördert Antrag für ein Clinician Scientist-Programm in vollem Umfang

Programm zur Förderung von wissenschaftlich qualifiziertem ärztlichem Nachwuchs

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat mit ihrem Antrag "Schnittstellen und Interventionen bei komplexen chronischen Erkrankungen" für das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 2018 neu ausgeschriebene Förderprogramm zum "Auf- und Ausbau integrierter Forschungs- und Weiterbildungsprogramme für Clincian Scientists in der Universitätsmedizin" überzeugt. Der Antrag aus Mannheim wurde von der DFG in vollem Umfang bewilligt. Die Forschungsgemeinschaft folgt damit der Begutachtungsgruppe, die dem Universitätsklinikum "sehr gute wissenschaftliche Voraussetzungen" und dem Konzept "sehr überzeugende Planungen zur Integration in das wissenschaftliche Umfeld" bescheinigt. In den kommenden drei Jahren fördert die DFG das Programm mit insgesamt bis zu 1,55 Mio. Euro.

Das Clinician Scientists-Programm wurde von der DFG aufgelegt, um dem drohenden Mangel an qualifiziertem wissenschaftlichem ärztlichem Nachwuchs entgegenzuwirken. Forschungsaktive Medizinerinnen und Mediziner sollen mithilfe des Programms während der Facharztweiterbildung nicht nur klinisch, sondern auch wissenschaftlich arbeiten können. Kernelement ist die geschützte Zeit für Forschung, die durch die Förderung sichergestellt wird. Das Programm ist auf drei Jahre ausgelegt und muss insgesamt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen klinisch-fachärztlichen Weiterbildungsinhalten, einem eigenen Forschungsprojekt und klinisch-wissenschaftlichen Modulen, die auf die translationale Forschung ausgerichtet sind, beinhalten - so die Vorgabe der DFG.

Ziel des Programms IICCC (Interfaces and Interventions in Complex Chronic Conditions) aus Mannheim ist die nachhaltige Förderung der akademischen Karriere von Clinician Scientists in der translationalen Medizin komplexer chronischer Erkrankungen. "Mit einer solchen Förderung wird sich ganz automatisch auch die Versorgung dieser stetig wachsenden Patientengruppe verbessern", ist Professor Dr. Matthias Ebert, Koordinator des Projektes, überzeugt.

Der Antrag basiert auf einem bereits bestehenden, strukturierten Clinician Scientist-Programm "TraPS" (Translational Physician Scientist Programm), das die Medizinische Fakultät Mannheim bereits vor zwei Jahren aufgesetzt hat, um wissenschaftlich interessierte Mediziner zu fördern. TraPS wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg über einen Zeitraum von zwei Jahren, von 2016 bis 2018, gefördert. Mit seinem speziellen Fokus auf der Translation von in der Grundlagenforschung gewonnenen Ergebnissen in die klinische Anwendung, ergänzt es die bestehenden Förderprogramme der Fakultät. Mit der neu bewilligten Förderung soll das Programm weitergeführt und dahingehend ausgebaut werden, dass es sich gezielt den klinischen Herausforderungen komplexer chronischer Erkrankungen widmet.

Die Clinician Scientists werden ein individuelles, extern begutachtetes Forschungsprojekt durchführen, das den Kontext der komplexen chronischen Erkrankungen aufgreift. Ein begleitendes Fortbildungsprogramm vermittelt außerdem die Grundlagen sowohl klinischer Studien als auch der translationalen Forschung. Die Clinician Scientists werden in die aktuellen Forschungsverbünde der Fakultät integriert, wo sie zusätzliche Weiterbildungs- und Trainingsprogramme absolvieren, und rotieren im klinischen Abschnitt auch in andere benachbarte Disziplinen, um ein fachübergreifendes Verständnis der komplexen Erkrankungen zu erwerben.

Die Mannheimer Medizinfakultät fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs konsequent mit einem strukturierten Programm, das bereits im Medizinstudium beginnt: mit einer Seminarreiche zur Klinischen Forschung, der Junior Scientific Masterclass und mit zwei Graduiertenkollegs und einem Kooperativen Promotionskolleg mit der Hochschule Mannheim. Auch nach dem Studium werden talentierte Nachwuchswissenschaftler auf allen Etappen der Karriere unterstützt: mit dem Programm MEAMEDMA bei der Durchführung eines ersten DFG-Projekts, mit SEED bei der Vorbereitung von größeren Forschungsvorhaben und bislang mit TraPS, das speziell die klinische und translationale Forschung fördert. Und das nun dank der Förderung durch die DFG nicht nur weitergeführt, sondern sogar ausgebaut werden kann, um Clinician Scientists heranzubilden, die die Medizin so dringend braucht.

Clinician Scientist-Programm der DFG:
Auf- und Ausbau integrierter Forschungs- und Weiterbildungsprogramme für Clinician Scientists in der Universitäts­medizin (DFG-Info Nr. 4)

Antrag der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg:
"Interfaces and Interventions in Complex Chronic Conditions" (IICCC)
("Schnittstellen und Interventionen bei komplexen chronischen Erkrankungen")

Das Ziel: Der wissenschaftlich qualifizierte und forschungsaktive Arzt.

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