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Kinder-Uni Medizin 2016

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Wie eine Wunde heilt

Wer sich schon mal an einem Blatt Papier geschnitten hat, wird es selbst erlebt haben: Nach nur wenigen Tagen ist die Wunde wieder geheilt. Wie unser Körper das macht, erklärt Dr. Jens Jonescheit von der Chirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim. „An der verletzten Stelle verkleben sofort Blutplättchen die Wunde. Beschädigte Haut oder anderes Gewebe wird von spezialisierten Fress-Zellen abgeräumt“, so Dr. Jonescheit.

Doch der Körper tut noch mehr, um die Wunde zu heilen. Als Schutz produziert der Körper ein Netz aus Eiweißen, das sich wie ein Kleber über die Verletzung legt. Gleichzeitig schwemmt das Wundsekret Keime und Fremdkörper aus der Wunde. Das Immunsystem macht Bakterien unschädlich, die in die Wunde eingedrungen sind.

Um den dritten Tag nach der Verletzung herum füllt sich die Wunde mit neuem Gewebe. Neue, sehr feine Gefäße wachsen und versorgen das Gewebe mit Blut. Anschließend bilden sich Fasern, die die Wunde stabiler machen. Die Narbe ist am Anfang gut durchblutet und kräftig rot. Nach und nach werden die Blutgefäße abgebaut, die Narbe erscheint weniger rot, wird zu einem weißen Strich oder verschwindet ganz.

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Was ist eine Leukämie?

„Leukämie bedeutet übersetzt ‚weißes Blut‘“, erklärt Dr. Stefan Klein von der III. Medizinischen Klinik. Eine Leukämie entsteht, wenn der normale Reifungsprozess der weißen Blutkörperchen im Knochenmark gestört ist. Dann vermehren sich die unreifen Knochenmark-Stammzellen unkontrolliert und überschwemmen Knochenmark und Blut. Daher werden Leukämien oft auch als "Blutkrebs" bezeichnet.

„Bis vor wenigen Jahren waren viele Leukämien unheilbar. Doch inzwischen gibt es Therapien“, weiß Dr. Klein und ergänzt: „Diese greifen allerdings sehr tief in den Körper ein. Die weißen Blutkörperchen sind wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Darum muss man bei einer Leukämie das komplette Immunsystem des Patienten erst zerstören und dann neu aufbauen.“ Das neue Immunsystem soll dann dauerhaft die Leukämiezellen bekämpfen. Das geht nur mit einer Stammzell-Transplantation, bei der der Leukämie-Patient gesundes Knochenmark von einem Spender erhält.

Bis das verpflanzte Knochenmark angewachsen ist und wieder funktionierende weiße Blutkörperchen produziert, hat der Patient nahezu kein Immunsystem. Schon der kleinste Schnupfen ist in dieser Situation für ihn gefährlich. Darum werden die Patienten in einer speziellen Isolier-Station untergebracht: Dort gelten besonders hohe Hygienestandards, sogar die Luft und das Wasser werden aufwändig gefiltert und von Keimen befreit.

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Wie gefährlich ist Alkohol?

„Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren“, sagt ein Sprichwort. Aber: Auf die Dosis kommt es an. Je mehr Alkohol getrunken wird, desto stärker beeinflusst er die Wahrnehmung: Man beginnt, die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Der Gleichgewichtssinn funktioniert nicht mehr, Bewegungsabläufe und das Sprechvermögen werden beeinträchtigt. Darum lallen Betrunkene und können sich nur schwer auf den Beinen halten.

„Aber es gibt auch langfristige Folgen: Je früher man damit beginnt Alkohol zu trinken, desto größer ist die Gefahr, sich daran zu gewöhnen und abhängig zu werden“, erklärt Dr. med. Thomas Schaible, Leiter der Klinik für Neonatologie. Denn gerade bei Jugendlichen werden ständig Nervenzellen neu verknüpft. Diese Reifung des Gehirns dauert etwa bis zum 21. Lebensjahr.

Bis dahin ist Alkohol ganz besonders riskant. Bei jedem einzelnen Rausch sterben Millionen von Gehirnzellen ab. Ist der Alkoholkonsum langfristig zu hoch, sinken zuerst die Gedächtnisleistung und das Konzentrationsvermögen. Dann verliert man sein Urteilsvermögen und seine Intelligenz, bis hin zu einem völligen geistigen Abbau. Auch außerhalb des Gehirns schädigt Alkohol alle Organe und erhöht – ähnlich wie das Rauchen – das Krebsrisiko.

Wie bekommt ein Baby in Mamas Bauch Luft?

„Luft in dem Sinne, wie wir sie täglich einatmen, bekommt ein Baby in Mamas Bauch noch nicht. Dort ist es ja komplett von warmem Wasser umgeben“, weiß Dr. med. Christiane Otto von der Frauenklinik. Aber natürlich braucht es zum Leben Sauerstoff. Und den erhält es von seiner Mama über die Nabelschnur.

Weil die Mutter für ihr Baby atmet, ist es ganz besonders schlecht, wenn sie während der Schwangerschaft raucht: Das Baby bekommt die Schadstoffe aus den Zigaretten einfach durch die Nabelschnur weitergeleitet.

Erst nach der Geburt beginnt das Baby selbst zu atmen: Mit dem ersten Schrei entfalten sich die Lungen und die Atmung beginnt. Damit das gleich klappt, trainiert es das Atmen schon im Bauch: Das Baby hebt und senkt seinen Brustkorb und hat dabei auch häufiger Schluckauf. Den kann man sogar von außen gut spüren.


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