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Kinder-Uni Medizin 2015

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Die Reise der Speise

Zu Beginn der Kinder-Uni Medizin 2015 nahm Dr. med. Tobias Gutting seine wissbegierigen Studenten mit auf die Reise der Speise. Los geht es im Mund, hier wird das Essen auf seine weite Reise vorbereitet. 32 Zähne sorgen dafür, dass die Speisen fein gemahlen werden, damit sie ihren Weg durch die Speiseröhre fortsetzen können. „Die Speiseröhre ist eigentlich ein Muskel und hat ganz erstaunliche Eigenschaften“, erklärt Dr. Gutting. So kann man sogar bei einem Handstand einen Schluck Wasser trinken, die Speiseröhre drückt die Flüssigkeit dann hoch in den Magen. Und hier geht auch die Reise weiter. „Der Magen ist wie ein Betonmischer“, erzählt Dr. Gutting. „Wenn wir zu wenig Wasser in zum Beton geben, verstopft der Abfluss.“ Genau so ist es mit unserem Magen, wenn wir nicht genug trinken, ist der Speisebrei zu dick und es kommt zu einer Verstopfung im Darm. Der Darm ist der letzte und gleichzeitig längste Teil der Reise, denn erst hier werden die Nährstoffe, die der Körper braucht, aus der Nahrung aufgenommen. Verantwortlich dafür sind Millionen kleiner Hubbel im Darm, die sogenannten Zotten, erst durch sie finden die Nährstoffe den Weg ins Blut. Alles was der Darm nicht verwerten kann, wird aussortiert und die Reise der Speise endet in der Toilettenschüssel.    

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Ich glaub´, ich muss mal!

In der zweiten Vorlesung des ersten Tages der Kinder-Uni Medizin 2015, erklärte Dr. med. Patrick Krombach aus der Klinik für Urologie, den Weg von der Apfelschorle bis zum Pipi und warum es so wichtig für uns ist, viel zu trinken. Welchen Weg die Speisen nehmen haben die jungen Studenten bereits in der ersten Vorlesung gelernt, da wir Flüssigkeit aber durch die Blase und nicht über den Darm ausscheiden, muss es hier einen entscheidenden Unterschied geben. Bis zum Darm nimmt die Apfelschorle den gleichen Weg den auch der feste Apfel nehmen würde, doch dann trennen sich die Wege. Die Flüssigkeit der Apfelschorle wird über den Darm ins Blut aufgenommen. Das Blut transportiert Nährstoffe durch den Körper, zu den Stellen an denen sie benötigt werden. Unser Blut hat aber noch eine weitere wichtige Aufgabe, es nimmt auch die Abfallstoffe mit, die unser Körper produziert. Wie aber trennt der Körper nun die Abfallstoffe von den guten Nährstoffen und der Flüssigkeit, die wir zum Leben brauchen? „Diese Aufgabe übernimmt die Niere“, erklärt Dr. Krombach. Die Niere muss man sich wie eine Müllsortierungsanlage vorstellen, sie ist ein großer Filter, der alles aussortiert, was wir nicht mehr benötigen. Diese Flüssigkeit mit den Abfallstoffen scheiden wir dann über die Blase als Pipi aus. 

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NICHT VERGESSEN: HÄNDE WASCHEN!

In den zweiten Tag der Kinder-Uni Medizin 2015 startete Professor Dr. med. Tobias Tenenbaum von der Klinik für Kinder- und Jungendmedizin mit der Frage „Warum ist es wichtig, dass wir uns die Hände waschen?“ 

Jeder hatte sicher schon mal eine Erkältung, schuld daran sind Krankheitserreger, wie Bakterien, Viren oder Pilze, die uns überall umgeben. Aber wie gelangen die Erreger in unseren Körper? Unsere Hände sind voll von Bakterien und Viren, die allermeisten davon sind harmlos, aber es gibt eben auch die anderen, die uns krank machen können. Wie die Krankheitserreger  auf unsere Hände kommen, ist ganz unterschiedlich. Wenn wir husten oder niesen, halten wir uns die Hand vor den Mund. „Das ist auch sinnvoll“, erklärt Professor Tenenbaum, „denn die Viren und Bakterien verlassen mit der Geschwindigkeit eines Flugzeugs den Mund und würden sich sonst im gesamten Raum verteilen.“ Aber danach haben wir die Krankheitserreger auf der Hand und geben sie durch zum Beispiel durch Händeschütteln weiter. „Am besten niest oder hustet ihr in den Ellenbogen“, schlägt Professor Tenenbaum vor. „So gebt ihr die Bakterien nicht weiter, wenn ihr jemandem die Hand schüttelt.“

Und wie kann ich mich vor Krankheiten am besten schützen? Die klare Antwort des Spezialisten für ansteckende Krankheiten: Hände waschen! Aber richtig! Es reicht nicht aus, die Hände nur kurz unter das Wasser zu halten und sich dann an der Jeans trockenzuwischen. Mindestens zehn Sekunden sollte man sich die Hände einseifen, dann mit Wasser abspülen und gut mit einem Handtuch trocknen. 

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Vorsicht giftig!

Der zweite Vortag am letzten Tag der Kinder-Uni Medizin 2015 entführte Professor Dr. med. Michael Neumaier die Kinder in die spannende aber auch gefährliche Welt der Gifte. Wichtigste Regel: Die Dosis macht das Gift. Denn im Prinzip ist alles giftig, es kommt nur darauf an, wie viel man davon zu sich nimmt. Diese Erkenntnis hat schon vor über 500 Jahren der Arzt Paracelsus erkannt. So ist der Fingerhut nicht nur eine hübsche Pflanze, sondern auch giftig. Aber in der richtigen Dosierung dient er als Medikament für Herzpatienten.

Würfelqualle, Krustenanemone und Pfeilgiftfrosch – das sind die giftigsten Tiere der Welt. Ein Bienenstich ist weniger gefährlich – doch bei Allergikern kann er ebenfalls lebensbedrohlich sein. Ob man darauf heftig reagiert, das lässt sich im Labor feststellen. Rund 200 Allergene sind dort messbar.

„Die meisten Gifte kommen in der Natur vor“, erklärt Professor Neumaier. Besonders Pilze sind gefährlich, da man die giftigen Sorten oft nicht von ihren essbaren Verwandten unterscheiden kann. 

Knochen und Gelenke

Eigentlich ist unser Bewegungsapparat ziemlich genial: Dort, wo alles stabil sein muss, haben wir Knochen. Und dort, wo es etwas biegsamer zugehen muss, haben wir zwischen den Knochen die Gelenke. Dumm nur: Knochen können bei zu starker Belastung brechen, und Gelenke können verschleißen.

Beides tut üblicherweise verdammt weh, aber dafür gibt es ja Ärzte, die sich mit der Behandlung von Knochenbrüchen und Gelenkschäden besonders gut auskennen. Wie Dr. med. Christina Krieter – sie ist Orthopädin und Unfallchirurgin. In ihrer Vorlesung zeigte sie ihren jungen Studenten beispielsweise, woraus ein Knochen überhaupt besteht und wie ein Knochenbruch mit Hilfe von eingeschraubten Metallschienen wieder geheilt werden kann. Die gute Nachricht für Kinder: Deren Knochen wachsen üblicherweise besonders gut wieder zusammen, und Gelenkschmerzen betreffen vor allem ältere Menschen.

Dr. Christina Krieter hat übrigens nicht nur selbst eine Vorlesung gehalten, sondern sie hat die Kinder-Uni 2015 auch moderiert. Und damit im Verlauf unserer Kinder-Uni Medizin ein  wichtiges Motto für die insgesamt rund 600 jungen Besucher mit Leben erfüllt: Wissen ist der einzige Rohstoff, der sich bei Gebrauch vermehrt …

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