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Präzisionsmedizin und individualisierte Krebsbehandlung

Die individualisierte Therapie oder Präzisionsmedizin ist in aller Munde. Ziel der PROMISE Initiative ist es, eine an den jeweiligen Patienten angepasste Behandlung zu entwickeln und zu erforschen. Dies geschieht auf der Grundlage neuester Therapie-Konzepte.

Präzisionsmedizin: Personalisierte Krebsbehandlung auf der Basis von spezifischen Eigenschaften des individuellen Tumors.

Was ist die PROMISE Initiative und was ist ihr Ziel?

Ziel der PROMISE Initiative ist es, eine personalisierte Krebsbehandlung für Patienten mit gastrointestinalen (GI)-Tumoren zu ermöglichen und zu erforschen. Dafür werden aus Ihrem Tumor Zellkultur-Modelle entwickelt und Wirkstoffe in diesen Krebs-Modellen im Labor getestet. Zudem werden Erbinformationen des Tumors analysiert, um Mechanismen des Therapieansprechens und der Resistenz zu studieren.

„PROMISE“ ist eine Abkürzung, sie steht für Patient derived organoids to model cancer biology and predict treatment response. Das bedeutet übersetzt: (Aus) Patienten stammende Organoide zur Modellierung der Tumorbiologie und Vorhersage von Therapieansprechen. To show promise bedeutet aber auch vielversprechend sein/verheißungsvoll sein.

Was wird gemacht?

Aus Ihrem Tumor werden Proben entnommen. Aus diesen Proben werden im Labor sogenannte Organoide gezüchtet, d. h. ein Teil des Tumors wächst künstlich im Labor weiter und wird dadurch vervielfältigt. An diesen individuellen „Tumoren in der Petrischale“ werden zahlreiche verschiedene Wirkstoffe auf Ihre Wirksamkeit getestet (Screening). 

Wir werden diese Organoide parallel zum Verlauf Ihrer Erkrankung mit den gleichen Medikamenten behandeln, um Informationen zu gewinnen, ob und wie der Tumor auf die Behandlung anspricht („Tumor-Avatar“ = eigenes individuelles Tumormodell für jeden einzelnen Patienten).

Außerdem werden Veränderungen im Erbgut des Tumors analysiert (Sequenzierung). Durch die Auswertung der Wirkstoff-Tests und der Tumor-Analyse soll das Ansprechen auf unterschiedliche Wirkstoffe in Abhängigkeit von der Krebs-Biologie besser verstanden werden. Basierend auf den Ergebnissen der Wirkstoff-Tests kann prinzipiell auch eine experimentelle Therapieempfehlung abgeleitet  werden.  Ob diese Tumormodelle zu einer Verbesserung der Therapie führen, untersuchen wir im Rahmen der PROMISE Initiative in mehreren Studien.

Ein Tumormodell aus Ihrem Tumor wird im Labor etabliert, daran werden Wirkstofftests durchgeführt. Dies dient der genauen Analyse der Erkrankung im Labor und erlaubt ggf. auch eine experimentelle Therapieempfehlung.

Wer kann teilnehmen?

Patienten mit fortgeschrittenem Karzinom des Magen-Darm-Trakts, bei denen eine medikamentöse Behandlung notwendig ist, kommen grundsätzlich für eine Teilnahme in Frage. Aktuell werden insbesondere zwei Gruppen von Patienten mit fortgeschrittenem Tumor eingeschlossen:

  • Patienten, für die es keine etablierte Therapieoption mehr gibt, können durch die Wirkstofftestung am Organoidmodell eine experimentelle Therapieempfehlung erhalten.
  • Bei Patienten, bei denen erstmals eine Chemotherapie begonnen wird, kann vor der Therapie ein Organoidmodell als „Tumor-Avatar“ (= eigenes individuelles Tumormodell für jeden einzelnen Patienten) angelegt werden – hieraus können ggf. auch Empfehlungen für eine mögliche spätere Therapie abgeleitet werden.

Was wird benötigt?

Zunächst brauchen wir von Ihnen eine Einverständniserklärung, mit der Sie uns erlauben, frische Proben aus Ihrem Tumor zu entnehmen. Zudem benötigen wir Ihr Einverständnis zur Organoid-Kultivierung und zur Analyse des Tumor-Erbguts (Sequenzierung). Daraufhin müssen frische Proben aus dem Tumor entnommen werden, das geschieht entweder per Ultraschall gezielter Biopsie, oder mit einer Endoskopie (z. B. Magen- oder Darmspiegelung). Die Durchführung dieser Untersuchungen und der PROMISE Initiative wurde von der Ethikkommission genehmigt.

Wie kann ich mich anmelden?

Bitte wenden Sie sich an die Studienambulanz der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim:
Tel. 0621 / 383 - 3294, E-Mail: studien.med2@umm.de

Ihre Daten werden von uns aufgenommen und Sie werden informiert, ob eine Teilnahme generell möglich ist. In diesem Fall wird ein Termin in unserer Sprechstunde vereinbart.

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