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Spinaliom


Das therapeutische Vorgehen richtet sich nach der Ausbreitung des Tumors. Die vollständige chirurgische Exzision mit topografisch zugeordneter histopathologischer Kontrolle der Schnittränder stellt die Therapie der ersten Wahl dar. Ist aus anatomischen oder medizinischen Gründen eine eine vollständige Tumorentfernung nicht möglich, so kann das Tumorgebiet bestrahlt werden, evtl in Verbindung mit einer systemischen Therapie. Spinaliome metastasieren sehr selten und meist nur bei einer Immunschwäche durch eine andere Tumorerkrankung, z. B. eine Leukämie, oder durch immunsuppressive Medikamente wie nach Organtransplantation.

Ist eine Fernmetastasierung eingetreten kann zur Eingrenzung der Tumorerkrankung eine Chemotherapie gegeben werden. Die Ansprechraten in den klinischen Stadien auf chemotherapeutische Behandlungen sind hoch und liegen bei bis zu 80%. Jedoch führt die Behandlung meist nicht zu einer vollständigen Heilung und es kommt zu einem Rezidiv (Wiederauftreten). Deshalb wird versucht eine möglichst verträgliche Therapie zu wählen. Die Remissionsraten betragen bei Monotherapie mit Methotrexat ca. 20–40% und sind bei der Verwendung von Polychemotherapieschemata deutlich höher (50–80%). Hinsichtlich der Überlebenszeit scheint die Anwendung der kombinierten Schemata gegenüber der Monotherapie mit Methotrexat jedoch keine Vorteile zu bieten. Gegebenenfalls kann die Anwendung einer Immuntherapie mit Interferonen, insbesondere in Kombination mit Retinoiden, erwogen werden.

Neu ist eine spezifische Therapie mit Antikörpern gegen den EGF-Rezeptor, der auf Spinaliomen häufig stark nachweisbar ist und das Wachstum fördern kann. Diese Antikörper, z. B. Cetuximab, können das Wachstum blockieren und sind in der Behandlung von Darmkrebs oder Kopf-/Halskarzinomen zugelassen. Bei Spinaliomen ist die Anwendung noch experimentell, weil es bislang keine Studien dazu gibt.

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