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Extrakorporale Photopherese

Bei dem Therapieverfahren der extrakorporalen Photopherese (ECP) handelt es sich um eine besondere Art der Blutwäsche (Apherese), bei der bestimmte Blutzellen außerhalb des Körpers (extrakorporal) einer Behandlung mit ultraviolettem Licht (Phototherapie) unterzogen werden. 

Mit diesem vergleichsweise jungen Therapieverfahren können relativ schonend bösartige Immunzellen (Lymphozyten) abgetötet werden, da die eigentliche Behandlung außerhalb des Körpers in der ECP-Maschine stattfindet.

Überschießende oder fehlgeleitete Immunfunktion weißer Blutkörperchen können ebenfalls durch diese direkt auf die verursachenden Zellen wirkende Lichttherapie abgemildert werden.

Welche Erkrankungen werden behandelt?

Die primäre Indikation der extrakorporalen Photopherese sind kutane T-Zell-Lymphome (Hautkrebs der weißen Blutkörperchen). Hierfür kommen Patienten in Frage, deren gesamte Haut von dem Lymphom betroffen ist (Erythrodermie bei Mycosis fungoides) sowie Patienten, die an einem Sézary-Syndrom erkrankt sind, bei denen neben der gesamten Haut auch das Blut im Sinne einer Leukämie mitbetroffen ist (Stadium III und IV).

Darüber hinaus werden Patienten mit Graft-versus-Host-Erkrankung nach Knochenmarkstransplantationen und Patienten mit Organtransplantatabstoßungsreaktionen in unserer Klinik mit der ECP behandelt.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Bei der extrakorporalen Photopherese werden zunächst die Bestandteile des Blutes des Patienten mittels einer speziellen Zentrifuge aufgetrennt, wobei hauptsächlich das Leukozyten-angereicherte Blutplasma (der sogenannte „buffy coat”) isoliert wird. Dieser „buffy coat” wird anschließend mit der photosensibilisierenden Substanz 8-Methoxypsoralen versetzt und anschließend in der ECP-Maschine einer kontrollierten UV-A-Bestrahlung ausgesetzt. Danach wird dem Patienten das Blut wieder zugeführt.

Die Gesamtdauer einer Behandlung beträgt ca. drei bis vier Stunden, ein Behandlungszyklus besteht an unserer Klinik aus zwei Behandlungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Anfangs werden die Behandlungszyklen alle zwei Wochen durchgeführt, im Verlauf kann dieser Zeitraum je nach Befundbesserung auf längere Intervalle gestreckt werden. Ein Ansprechen auf die Therapie zeigt sich meist erst nach mehreren Monaten, so dass die ECP eine längerfristige Therapie darstellt, die nicht zu früh abgebrochen werden sollte. Die ECP wird hierbei meistens mit anderen Therapien kombiniert.

Bei der ECP handelt es sich insgesamt um ein relativ gut verträgliches und nebenwirkungsarmes Therapieverfahren. Da allerdings vorübergehend Blutdruckabfälle und Kreislaufprobleme auftreten können, wird diese Therapie bei uns im Rahmen eines zweitägigen stationären Aufenthalts durchgeführt.

Welche Expertise können wir unseren Patienten anbieten?

Jährlich werden in der ECP-Einheit der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie Mannheim ca. 400 extrakorporale Photopheresebehandlungen durchgeführt. Hierbei werden die Patienten von einem speziell geschulten Team von Ärzten und Pflegepersonal betreut und engmaschig klinisch überwacht. In Kombination mit dem wissenschaftlichen und klinischen Schwerpunkt der Diagnostik und Therapie kutaner Lymphome sowie der Anbindung an ein Universitätsklinikum der Maximalversorung können wir unseren Patienten damit eine große Expertise bei der ECP-Therapie und dem darüber hinaus gehenden Management ihrer Erkrankung anbieten.

Sprechstunde

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Telefon 0621/383-2282

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Eine Übersicht der fachbezogenen Sprechstundenzeiten und Terminvergabe-Hotlines finden Sie auf der Seite Sprechstunden.


Extrakorporale Photopherese
Extrakorporale Photopherese: Ein Therapieverfahren, bei dem die Blutwäsche außerhalb des Körpers erfolgt.