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Wissenswertes

Interdisziplinäres Tumorzentrum (ITM)

Gemeinsam den Krebs besiegen

Diagnose Krebs – diesen Befund erhalten in Deutschland jedes Jahr rund 500.000 Menschen. An der UMM werden diese Patienten im Interdisziplinären Tumorzentrum Mannheim (ITM) betreut.

„In der Regel folgt auf die Diagnose Krebs eine lange Therapiezeit. Da für die optimale Behandlung eine enge Zusammenarbeit mehrerer Fachbereiche wichtig ist, bündeln wir diese zentral im ITM“, erklärt Professor Dr. med. Bernd Kasper, Ärztlicher Geschäftsführer des ITM. Das ITM ist damit die erste Anlaufstelle für alle Krebspatienten. Seit 2005 koordiniert das dortige Team Sprechstunden, Konferenzen, die Tumordokumentation sowie die Zusammenarbeit mit Querschnittsbereichen. Die einzelnen Fachkliniken wie die Medizinische Onkologie, Chirurgie, Strahlentherapie und Neuroonkologie bieten ihre Sprechstunden in den Räumen des ITM an. Die Behandlung selbst wird in den jeweiligen Fachkliniken durchgeführt. Da die Ärzte nicht im ITM, sondern in ihren jeweiligen Kliniken angestellt sind, bleiben die Hierarchien im ITM flach und die Wege kurz. Rund 5.000 Krebspatienten kommt dieses interdisziplinäre Konzept jährlich zugute.

Gegenseitiger Wissensaustausch

Herzstück des ITM sind die Tumorboards: Bei diesen Konferenzen kommen Ärzte der Organfächer wie Urologie und Dermatologie mit Ärzten aus den Bereichen Chirurgie, Onkologie, Strahlentherapie und Pathologie sowie Radiologie zusammen, um neue und bestehende Patientenfälle zu besprechen. Bei der gemeinsamen Therapieplanung und der Nachsorge der Patienten bringt jeder Arzt sein Fachwissen ein. „Jede Woche finden zehn Tumorboards für die verschiedenen Organgruppen statt. Alle Beschlüsse werden schriftlich fixiert und anschließend mit dem Patienten durchgesprochen“, berichtet Professor Kasper. „Dadurch können wir den Patienten innerhalb weniger Tage einen vollständigen Therapieplan vorstellen und verlieren keine wertvolle Zeit.“

Zertifizierte Qualitätsansprüche

Seit 2011 ist das ITM von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) als Onkologisches Zentrum zertifiziert und erfüllt damit höchste Qualitätsansprüche bei der Organisation und Therapie von Krebspatienten. Auch die sechs zertifizierten Organzentren für Hautkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs, Kopf- und Halstumore, Prostatakarzinome und gynäkologische Krebserkrankungen sind unter dem Dach des ITM angesiedelt.

„Dass wir hier so breit aufgestellt sind, ist herausragend in Deutschland und spricht für die Qualität unseres Konzepts“, betont Professor Kasper. In jährlichen Audits werden die Standards der DKG vor Ort überprüft und mögliche weitere Potenziale identifiziert. Zum Beispiel bei der Zusammenarbeit mit ergänzenden Fachbereichen: „In den Tumorboards steht der fachliche Austausch zwischen den Ärzten im Fokus. Für unsere Patienten spielen aber auch Angebote aus unterstützenden Bereichen wie Physiotherapie, Schmerztherapie, Psychoonkologie und Ernährungsberatung eine wichtige Rolle“, betont Professor Kasper. „Daher haben wir gemeinsame Zirkel eingerichtet, um die Kommunikation zwischen den Kollegen zu verstärken.“

Auch die Anfang 2016 abgeschlossene Abbildung der Tumorkonferenzen im elektronischen Krankenhaus-Informationssystem erleichtert die alltäglichen Abläufe: Mit der Einführung der elektronischen Patientenakte können jetzt alle beteiligten Ärzte die im ITM erarbeiteten Pläne jederzeit einsehen.

Kontextspalte

„HIER WERDEN MENSCHEN BEHANDELT, NICHT NUR TUMORE.“

„Nach meiner Diagnose 2007 ging alles ganz schnell: Donnerstag fragte ich im ITM an – Montag saß ich dem Arzt gegenüber. Ich wusste damals sofort: Hier bin ich richtig! Durch das fachlich kompetente Team und die wertschätzende Atmosphäre fühle ich mich bis heute gut aufgehoben und bestens betreut. Interdisziplinarität wird hier gelebt, denn Ärzte verschiedener Fachrichtungen halten gleichzeitig Sprechstunde. Wenn sich für den Onkologen im Gespräch eine chirurgische Frage stellt, wird der Kollege dazu geholt. So auch bei mir: Innerhalb kurzer Zeit waren drei Ärzte mit mir im Zimmer und wir besprachen den speziell auf mich abgestimmten Therapieplan.“

Susanne Gutermuth, Sarkom-Patientin und Vorstand der Patientenorganisation „Das Lebenshaus e.V.“